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350 Euro 20 m² - Veddel

Ich drehe mich zum Wasser. Hier soll es nun also beginnen das neue Leben. Leichte Wellen liegen auf diesem Seitenarm der Elbe. „Noch 2 Minuten bis zum IBA Dock“ steht auf großen Schildern.

Links und rechts von mir stehen in einiger Entfernung Menschen am Geländer, junge Menschen wie ich. Noch sind es fünf Minuten bis zum Besichtigungstermin. Ich mustere von außen die Fassade des Hauses: eigentlich ist sie unspektakulär aber eben auch nicht ganz gewöhnlich. Roter Backstein, wie so viele andere Häuser hier, aber mit netten Erkern und Rundungen. Plötzlich klingelt das Telefon.

„Hallo?“

„Hi, hier ist Jasmin. Du hattest am nächsten Freitag einen Besichtigungstermin bei uns…“

„Ähm, ja? War das nicht am Mittwoch?“

„Ne, ich glaube am Freitag. Das hat unser alter Mitbewohner noch ausgemacht. Jedenfalls wollten wir fragen, ob du auch an einem anderen Termin kannst. Wir haben am Freitag gar keine Zeit“

„Joa, theoretisch schon. Sag mal eben, wo war das?“

„Hier, in der Dortmunder Straße 37.“

„Moment… ist das in Düsseldorf?“

 

Die Zeiten ändern sich und plötzlich sind potenzielle WG-Zimmer in Düsseldorf völlig uninteressant. Viel interessanter war, dass meine Handyuhr schon kurz vor sechs anzeigte. Also auf zur Hausnummer 5c. Interessanterweise bewegten sich auch die anderen Passanten genau im gleichen Moment in die gleiche Richtung.

Meine erste Besichtigung in Hamburg und gleich eine Massenabfertigung. Nach fünf Minuten war auch grob geklärt, wer sich alles für die Wohnung interessiert. Weitestgehend unklar blieb allerdings wer in Zukunft hier wohnen sollte. Kontakt hatte ich mit einem Mädel, die sich jetzt als die Nachbarin herausstellte. Sie war ganz nett, hatte ein kleines Kind und ist mit dem Hauptmieter befreundet. Der ist allerdings nicht da und das sei wohl auch öfters so. Dafür waren der Vormieter des ausgeschriebenen Zimmers und der neue Mieter des anderen Zimmers anwesend. Letzterer wollte aber bald wieder weg und suchte deshalb gleichzeitig jemanden, der für ein paar Monate in sein Zimmer zieht.

Aus diesem Wirrwarr entstanden trotzdem ein paar nette Gespräche und das Gefühl vielleicht eine Chance zu haben. Denn das Zimmer war schön und auch der Rest der Wohnung irgendwie niedlich.

Doch es wurde nichts draus. Und wenn, dann wäre dies keine Geschichte. Zumindest keine besonders spannende und eine eher kurze.

Ein paar Wochen später habe ich noch einmal eine Anzeige gesehen, wieder in der gleichen Straße und im gleichen Haus. Diesmal bekam ich auf meine Interessensbekundung keine Antwort, ergo keine Einladung. Doch die Beziehung zu Straße sollte damit noch nicht abgeschlossen sein: wiederum ein paar Wochen später gab’s eine Anzeige: eine Zweck-WG gesucht aber zu recht bezahlbarem Preis. Das Mädel hab ich dann schonmal an der Uni kennengelernt. Vielleicht hätte man sich arrangieren können. Ein paar Tage später bekam ich jedenfalls eine Absage. Die Mitbewohnerin die eigentlich ausziehen wollte, hatte das gewünschte Zimmer nicht bekommen und bleibt jetzt doch erstmal drinne.

Das besagte Mädel konnte mir aber noch etwas über die merkwürdigen Leute aus der ersten WG erzählen, schließlich wohnten sie sogar auf einer Etage. „Wegen denen will ich gerne mein Zimmer wechseln. Da hat einer gewohnt, der hat immer nachts seine Musik aufgedreht und man konnte nicht mit denen reden.“ Tja, dann weiß ich ja, was mir entgangen ist.

27.7.12 19:14

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